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Bestimmungen über die Vergabe des Preises der Evangelischen Kirche in Deutschland für herausragende wissenschaftlich-theologische Arbeiten aus der Perspektive von Frauen (Hanna-Jursch-Preis)

Vom 10. September 1999

(ABl. EKD 1999, S. 489)
zuletzt geändert am 3./4. Juli 2009 (ABl. EKD 2010 S. 2)

Lfd.Nr.
Änderndes Recht
Datum
Fundstelle
Paragrafen
Art der Änderung
1
Ratsbeschluss
3./4. Juli 2009
§ 6 Abs. 1
neu gefasst
§ 7 Abs. 1 Satz 2
neu gefasst
§ 9 Abs. 1
neu gefasst
Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat die folgenden Bestimmungen erlassen:
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§ 1 Zielsetzung, Grundlagen

(1) Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vergibt zur Förderung herausragender wissenschaftlich-theologischer Arbeiten aus der Perspektive von Frauen alle zwei Jahre den Hanna-Jursch-Preis.
(2) 1 Der Preis dient der Auszeichnung und Förderung von herausragenden Beiträgen von Frauen. 2 Die wissenschaftlich-theologische Qualität der Arbeiten soll Maßstäbe für die Beurteilung der theologischen Forschung aus der Perspektive von Frauen setzen und sie einer breiteren kirchlichen Öffentlichkeit näherbringen.
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§ 2 Vergabe, Verkündung

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland vergibt den Preis aufgrund des Vorschlags der Jury. Er nimmt die Verkündung der Auszeichnung vor.
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§ 3 Fördervoraussetzungen

(1) 1 Preiswürdige Arbeiten können sich sowohl auf Forschungs- wie auf Lehrtätigkeiten beziehen. 2 Sie können aus allen theologischen Fachdisziplinen stammen und müssen den Kriterien und Methoden der wissenschaftlichen Arbeit entsprechen. 3 Sie sollen in der Regel von praktischer Relevanz für die kirchlichen Vollzüge in Liturgie, Verkündigung, Seelsorge, Kybernetik, kirchlicher Bildungsarbeit oder in der Sozialdiakonie sein.
Die theologische Forschung aus der Perspektive von Frauen umfasst gleichermaßen Arbeiten aus
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der theologischen Frauenforschung,
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der feministischen Theologie,
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den Gender Studies in der Theologie.
Die Ausschreibung kann durch Beschluss der Jury eine Eingrenzung nach Themenschwerpunkten oder nach einer bevorzugten theologischen Fachdisziplin vornehmen.
(2) 1 Die Teilnahme einer Arbeit an dem Auswahlverfahren zur Preisverleihung erfolgt nach Ausschreibung unter Einreichung der Arbeit bei der Evangelischen Kirche in Deutschland. 2 Arbeiten können auch auf Vorschlag von Jurymitgliedern in das Auswahlverfahren kommen.
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§ 4 Form des Preises

(1) Der Preis wird im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Form einer Urkunde und eines Preisgeldes in Höhe von 10.000,- DM, ab dem Jahr 2002 in Höhe von 5000;- Euro, vergeben.
(2) Das Preisgeld kann bei Auswahl zweier gleichwertiger Arbeiten auf diese je zur Hälfte aufgeteilt werden.
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§ 5 Berufung, Aufgaben der Jury

(1) Bei der Evangelischen Kirche in Deutschland wird eine Jury gebildet, deren Mitglieder für die Dauer der jeweiligen Amtszeit des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland berufen werden.
(2) Die Jury beurteilt die wissenschaftlich-theologische Qualität der eingereichten Arbeiten sowie deren praktische Relevanz für kirchliche Vollzüge.
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§ 6 Zusammensetzung

(1) 1 Die Jury besteht aus zehn Mitgliedern.
2 Vertreten sind:
  • Personen mit wissenschaftlicher Expertise in Bezug auf das Forschungsfeld und die Kriterien des Preises,
  • Personen aus für das Themenfeld relevanten kirchlichen Institutionen,
  • ein Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland,
  • ein Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.
(2) Die Jury bestimmt aus ihrem Kreis eine Person für den Vorsitz.
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§ 7 Beschlussfassung

(1) 1 Die Jury beschließt mit mindestens sechs Ja-Stimmen, ob eine Arbeit preiswürdig ist. 2 Der Preis kann in Ausnahmefallen auf zwei Arbeiten aufgeteilt werden.
(2) Arbeiten, die keine Auszeichnung erhalten haben, können am Auswahlverfahren im Rahmen einer späteren Ausschreibung erneut teilnehmen.
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§ 8 Sitzungen

(1) Die Sitzungen der Jury werden von der Geschäftsführung einberufen.
(2) 1 Die Sitzungen sind nicht öffentlich. 2 Über die Sitzungen ist eine vertrauliche Niederschrift anzufertigen. 3 Darin sind Ort, Tag der Sitzung, deren Teilnehmer/innen, der wesentliche Inhalt der Verhandlungen und die Beschlüsse anzugeben.
(3) In Ausnahmefallen kann der/die Vorsitzende Beschlüsse der Jury im schriftlichen Umlaufverfahren herbeiführen.
(4) Die an den Sitzungen der Jury teilnehmenden Mitglieder erhalten Reisekostenvergütung nach den bei der Evangelischen Kirche in Deutschland jeweils geltenden Bestimmungen
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§ 9 Geschäftsführung

(I) Die Geschäftsführung hat das Referat für Chancengerechtigkeit im Kirchenamt1# der Evangelischen Kirche in Deutschland inne.
(2) Die Geschäftsführung umfasst die Vorbereitung der Jury-Sitzungen, die Ausschreibung des Preises, die Vorbereitung der Preisverleihung, die Unterstützung der Veröffentlichung der Preisarbeiten, die Kontakte innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland, insbesondere zum Rat und zur Pressestelle.
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§ 10 Inkrafttreten

Diese Bestimmungen treten am 10. September 1999 in Kraft.2#

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1 ↑ Vgl. Ordnung für das Referat für Chancengerechtigkeit Nr. 6.23.
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2 ↑ Das Datum bezieht sich auf das Inkrafttreten der ursprünglichen Fassung.