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Bestimmungen über die Vergabe des Hanna-Jursch-Preises und des Hanna-Jursch-Nachwuchspreises der Evangelischen Kirche in Deutschland
(Hanna-Jursch-Preis)

Vom 10. September 1999

(ABl. EKD 1999 S. 489),
zuletzt geändert am 24. März 2017 (ABl. EKD S. 114)

Lfd. Nr.
Änderndes Recht
Datum
Fundstelle
Paragrafen
Art der Änderung
1
Beschluss des Rates
3./4.07.2009
§ 6 Abs. 1
§ 7 Abs. 1 S. 2
§ 9 Abs. 1
neu gefasst
neu gefasst
neu gefasst
2
Beschluss des Rates
24.03.2017
Überschrift
§ 1 Abs. 1
§ 1 Abs. 2
§ 1 Abs. 3 und 4
§ 3 Abs. 1
§ 4 Abs. 1
§ 4 Abs. 2
§ 7 Abs. 1
§ 7 Abs. 2
§ 9 Abs. 2
geändert
geändert
neu gefasst
neu eingefügt
neu gefasst
Angabe geändert
Worte ergänzt
Absatzzahl gestrichen
aufgehoben
Worte geändert
Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat die folgenden Bestimmungen erlassen:
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§ 1
Zielsetzung, Grundlagen

( 1 ) Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vergibt alle zwei Jahre den Hanna-Jursch-Preis und den Hanna-Jursch-Nachwuchspreis.
( 2 ) Der Hanna-Jursch-Preis dient der Auszeichnung und Förderung herausragender wissenschaftlich-theologischer Arbeiten, in denen gender- bzw. geschlechterspezifische Perspektiven eine wesentliche Rolle spielen.
( 3 ) Mit dem Nachwuchspreis werden bis zu drei wissenschaftlich-theologische Arbeiten mit geringerem Umfang (Seminar-, Examensarbeiten etc.) ausgezeichnet, in denen gender- bzw. geschlechterspezifische Perspektiven eine wesentliche Rolle spielen.
( 4 ) Mit den Preisen sollen gendertheoretische Fragen als maßgebliche Bestandteile wissenschaftlicher Theologie gewürdigt und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.
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§ 2
Vergabe, Verkündung

1 Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland vergibt den Preis aufgrund des Vorschlags der Jury. 2 Er nimmt die Verkündung der Auszeichnung vor.
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§ 3
Fördervoraussetzungen

( 1 ) 1 Preiswürdige Arbeiten können aus allen Disziplinen und Diskursen der evangelischen Theologie stammen und müssen den Kriterien und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens entsprechen. 2 Sie sollten in der Regel von Relevanz für kirchliches Handeln sein.
3 Die Ausschreibung kann durch Beschluss der Jury eine Eingrenzung nach Themenschwerpunkten oder nach einer bevorzugten theologischen Fachdisziplin vornehmen.
( 2 ) 1 Die Teilnahme einer Arbeit an dem Auswahlverfahren zur Preisverleihung erfolgt nach Ausschreibung unter Einreichung der Arbeit bei der Evangelischen Kirche in Deutschland. 2 Arbeiten können auch auf Vorschlag von Jurymitgliedern in das Auswahlverfahren kommen.
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§ 4
Form des Preises

( 1 ) Die Preise werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Form einer Urkunde und eines Preisgeldes in Höhe von 5000,- Euro bzw. 1.000,- Euro vergeben.
( 2 ) Das Preisgeld für den Hanna-Jursch-Preis kann bei Auswahl zweier gleichwertiger Arbeiten auf diese je zur Hälfte aufgeteilt werden.
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§ 5
Berufung, Aufgaben der Jury

( 1 ) Bei der Evangelischen Kirche in Deutschland wird eine Jury gebildet, deren Mitglieder für die Dauer der jeweiligen Amtszeit des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland berufen werden.
( 2 ) Die Jury beurteilt die wissenschaftlich-theologische Qualität der eingereichten Arbeiten sowie deren praktische Relevanz für kirchliche Vollzüge.
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§ 6
Zusammensetzung

( 1 ) 1 Die Jury besteht aus zehn Mitgliedern.
2 Vertreten sind:
  • Personen mit wissenschaftlicher Expertise in Bezug auf das Forschungsfeld und die Kriterien des Preises,
  • Personen aus für das Themenfeld relevanten kirchlichen Institutionen,
  • ein Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland,
  • ein Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.
( 2 ) Die Jury bestimmt aus ihrem Kreis eine Person für den Vorsitz.
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§ 7
Beschlussfassung

1 Die Jury beschließt mit mindestens sechs Ja-Stimmen, ob eine Arbeit preiswürdig ist. 2 Der Hanna-Jursch-Preis kann in Ausnahmefallen auf zwei Arbeiten aufgeteilt werden.
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§ 8
Sitzungen

( 1 ) Die Sitzungen der Jury werden von der Geschäftsführung einberufen.
( 2 ) 1 Die Sitzungen sind nicht öffentlich. 2 Über die Sitzungen ist eine vertrauliche Niederschrift anzufertigen. 3 Darin sind Ort, Tag der Sitzung, deren Teilnehmer/innen, der wesentliche Inhalt der Verhandlungen und die Beschlüsse anzugeben.
( 3 ) In Ausnahmefallen kann der/die Vorsitzende Beschlüsse der Jury im schriftlichen Umlaufverfahren herbeiführen.
( 4 ) Die an den Sitzungen der Jury teilnehmenden Mitglieder erhalten Reisekostenvergütung nach den bei der Evangelischen Kirche in Deutschland jeweils geltenden Bestimmungen.
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§ 9
Geschäftsführung

( 1 ) Die Geschäftsführung hat das Referat für Chancengerechtigkeit im Kirchenamt1# der Evangelischen Kirche in Deutschland inne.
( 2 ) Die Geschäftsführung umfasst die Vorbereitung der Jury-Sitzungen, die Ausschreibung der Preise, die Vorbereitung der Preisverleihung, die Unterstützung der Veröffentlichung der Preisarbeiten, die Kontakte innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland, insbesondere zum Rat und zur Pressestelle.
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§ 10
Inkrafttreten

Diese Bestimmungen treten am 10. September 1999 in Kraft.2#

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1 ↑ Vgl. Ordnung für das Referat für Chancengerechtigkeit Nr. 6.23.
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2 ↑ Das Datum bezieht sich auf das Inkrafttreten der ursprünglichen Fassung.